13.12.2012

quenda


vor einem jahr hat es an diesem tag geregnet und gestürmt. es war eher herbst statt winter. an diesem tag mussten wir uns von unserer quenda verabschieden. 
quenda, der bosnische straßenhund. gerade mal zweieinhalb jahre ist sie alt geworden. eine undefinierbare mischung, die als welpe staupe hatte und in einer mülltonne entsorgt werden sollte. sie hatte das glück von einem verein in bonn aufgenommen zu werden und dort scheute man weder kosten noch mühen, die staupe in den griff zu bekommen. quenda hat's geschafft. geblieben war ein staupetick - das linke vorderbeinchen zuckte ständig, aber das schien sie nicht zu stören und uns störte es erst recht nicht. außerdem hatte sie leichte knickfüßchen und war anfangs sehr wackelig auf den beinen. in den kurven fiel sie beim rennen meistens hin. später, als ihre muskulatur kräftiger wurde, passierte das natürlich nicht mehr. 
wir bekamen quenda mit 11 monaten. ein verschüchterter hund, mit dem wir anfangs nur 100m weit spazieren gehen konnten, weil sie angst hatte und sich lieber einfach hinsetzte, um die gegend anzugucken. wir wohnten zu dem zeitpunkt noch in der ersten etage zu miete und mussten für jeden spaziergang eine holztreppe runter. quenda wollte diese treppe anfangs nicht laufen. also trugen wir sie die treppe runter.
nach und nach lebte quenda sich ein und wurde zu einem ganz normalen hund - sie durch die gegend toben zu sehen war ein unglaubliches glücksgefühl.
im laufe der zeit zeigte sich, dass aber offensichtlich ein herdenschutzhund in ihr steckte, denn so gern quenda andere hunde auch hatte, mit menschen, die zu uns wollten, hatte sie probleme. wir hätten wahrscheinlich noch ein ganzes stück arbeit mit ihr gehabt, damit sie sich nicht dauernd zum "bewacher" aufspielte - aber dann kam das nierenversagen dazwischen. so unerfahren wie wir im bereich von erkrankungen bei hunden waren, haben wir die anzeichen nicht rechtzeitig zu deuten gewußt. als es dann eindeutig wurde, war es zu spät. 14 tage lag quenda auf der krankenstation beim tierarzt, bekam infusionen ohne ende, aber die nieren wollten nicht mehr. wahrscheinlich eine spätfolge der staupeerkrankung. für ein paar tage kam sie dann noch mal nach hause. aber sie war ganz schwach, wollte nicht fressen und dann auch nicht mehr trinken. und als der wind sie am 13.12.2011 fast umwehte, war die entscheidung gefallen.
wir hoffen, dass es quenda auf der anderen seite vom regenbogen gut geht. dass sie ohne schmerzen spielen kann und auch ihren bruder wieder getroffen hat, der die staupe nicht überlebte. 
paula, die kurz nach quenda bei uns einzog, macht uns sehr glücklich und ist unser größter schatz - aber ein großer platz im herzen gehört quenda.


quenda_erinnerung_2012

quenda_erinnerung_2012a

Kommentare:

  1. ahhh...ich hab pipi in den augen...*schnüff*
    liebe quenda...ich glaube fest daran, dass du nun durch den hundehimmel tollst und springt und das es dir dort so richtig gut geht :)

    GGLG,
    jules

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  2. Ohh, ja auch mir kommen die Tränen!! Das ist wirklich traurig!! Obwohl wir keinen hund haben, kann ich mir vorstellen, wie weh das tut! Denn sie sind ja auch richtige Familienmitglieder!! Umso schöner ist es, dass ihr sie tief in Eurem Herzen immer bei Euch tragt!! Klem Alice

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  3. Ach, da muss ich auch ein bißchen weinen..... erst so ein mieser Start ins Leben und dann, als sie endlich liebe Menschen um sich hatte, ist ihr noch nicht mal ein langes und schönes Hundeleben gegönnt....
    Aber ich denke, die Zeit, die sie bei euch verbringen durfte, hat sie in vollen Zügen genossen!
    Jetzt kann sie ohne Schmerzen oder Probleme im Hundehimmel toben.
    Liebe Grüße, auch an Paula!
    Trudi

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  4. Ach, das tut mir wirklich leid...wie schade! So ein kurzes Hundeleben hat doch keiner verdient, und sie hatte es bestimmt sehr gut bei euch.....ganz bestimmt wird sie davon jenseits des Regenbogens berichten..
    Drück dich!
    Kram,
    Maren

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  5. Liebe Stefi,

    das klingt schön und traurig zugleich. Aber: Sie hat es in ihrem kurzen Hundeleben dann doch noch schön bei euch gehabt, denn wenn aus einem schüchternen, nein ängstlichem Hund eine ausdrucksstarke Persönlichkeit wird, dann ist das immer ein gutes Zeichen.

    Wir hatten mal kurzzeitig einen Mischling, in dem ein Australischer Cattle Dog steckte. Man, man, man. Der fühlte sich so wohl und vorallem zu mir hingezogen, dass sein Verteidigungstrieb so weit ging, dass er anfing zu schnappen und andere Hunde durften sich auch nur in einem Kreis bis zu 15 m um mich nähern. Das war nicht witzig, weil die Kinder noch sehr klein waren und ich ständig Gastkinder hatte. Letztenendes mussten wir ihn leider wieder abgeben, denn das wäre über kurz oder lang nicht gut gegangen.

    Hab trotzdem einen schönen Tag & bis bald,

    Katja

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  6. quenda quadrata aus der mülltonne hat übrigens hier in wien eine fast-nachfolgerin: stella aus dem weinkarton. auf einem flohmarkt neben den mistkübeln entsorgt, im alter von vielleicht zwei monaten. irgendwas terrier-noch-was-weiss-mit-schwarzen-flecken, foxlgrösse. sie wurde gefunden weil sich der karton noch schwach bewegte, sie war halb verhungert, völlig dehydriert und schwach. ihre neuen besitzer meinen, die hat ihnen die alte schäfermixhündin geschickt, die sie im alter von 14 jahren haben einschläfern lassen müssen, wegen rundum-altersschwäche. und sie wollten ja keinen hund zu dem uralt-yorkshire-terrier, den die frau in die ehe mitgebracht hat. stella aus dem weinkarton kam und blieb. und die alte und die junge verstehen sich prächtig.

    im übrigen: ich denke auch noch immer an meine alte frau hunt. obwohl das schon über zwei jahre her ist. aber so soll das ja auch alles sein, irgendwie.

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    1. ja, liebe frau kelef, so muss das wohl wirklich sein - seine 4beiner vergisst man nicht. jeder von ihnen erobert sich seinen eigenen platz. zum glück sind die meisten menschenherzen in dieser richtung riesig! :)

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  7. eine schöne liebesgeschichte, liebe stefi. ich finde es auch sehr faszinierend, wie sehr einem tiere ans herz wachsen können...
    von herzen birgit

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  8. Das berührt mich sehr , Steffi!
    Lg Carmen

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  9. Ohje. Da wird mir das Herz ganz schwer. Ich kann gut nachempfinden, wie es Dir geht. Ich habe mich vor einem Jahr von meiner schwerkranken Katze verabschieden müssen. 16 Jahre war sie bei mir. Diese Entscheidung, die man dann am Ende meistens treffen muss, ist unglaublich hart. Ich finde es ganz toll, dass Ihr Quenda ein schönes zu Hause gegeben habt. Quenda wird jede Sekunde genossen haben, da bin ich sicher.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und sende liebe Grüße
    Die andere Frau S.

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  10. Hallo, ich bin gerade zufällig hier vorbeigekommen. Es ist wahnsinnig hart so eine schwere Entscheidung treffen zu müssen, trotzdem weiß (oder hofft) man hinterher das richtige getan zu haben. Gerade weil man seinen Fellfreund so sehr liebt. Wir standen vor 2 Wochen vor dieser Entscheidung und ich weiß schon jetzt, dass ich auch noch in vielen Jahren sagen kann, dass an diesem Tag die Sonne geschienen hat und das Gras gefroren war.
    Ich glaube fest daran, dass Quenda nun ohne Schmerzen spielen kann und wünsche euch, dass ihr in schönen Erinnerungen an sie denken könnt.
    LG Lena

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  11. Was soll ich sagen, ich erlebe das ja auch immer wieder. Jeder findet seinen Weg damit umzugehen, zwangsläufig, denn vom Tag an, an dem wir sie aufnehmen, wissen wir, dass auch der Tag kommen wird, an dem wir loslassen müssen. Wie man das dann hin bekommt... wie gesagt, da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Meine alte Hündin ist eigentlich schon lange "überfällig", ignoriert das aber kurzerhand und schlurft und erschnüffelt sich ihren Weg rund um den Kirchturm. Sie ist jetzt 14 1/2 Jahre lang nahezu jeden Tag rund um die Uhr bei mir, ich denke, sie hat es gut bei mir gehabt und wenn es nun irgendwann ganz plötzlich gehen sollte, sind wir miteinander im Reinen.

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frau s. freut sich über post! :)

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