07.04.2014

blog auf und ab


im moment geistert es viel durch die blogs - das böse blogtief. ein dunkle wolke voller fragen, die über einem hängt und nur darauf wartet, zu regnen. will ich noch bloggen? was soll ich bloggen? wer liest meinen blog? warum lesen ihn nicht mehr leute? wieso fällt mir kein text ein? warum sehen meine bilder so langweilig aus? warum kommen keine neuen leser? huch, warum ist schon wieder eine woche ohne post rum? wann soll ich nur bloggen, ich hab keine zeit?!
in diesem stil kennt wohl jeder, mehr oder weniger, das blogtief. und was entsteht daraus? eigentlich nur druck. den wir uns selber machen. so wie "ich muss aber bis zum sommer noch 10kg abnehmen". oder "bis zum nächsten wochenende hab ich meinen kleiderschrank aufgeräumt". aber wer hat denn bei so einem druck noch spass am bloggen? clara hat es in ihrem beitrag schon so schön gesagt: "immer locker durch die hose atmen!" genau! locker bleiben!
ich hab aktuell sehr wenig zeit zum bloggen bzw. zum bilder machen und text drum rum basteln. letztes jahr war es noch so, dass ich mich zu solchen zeiten wirklich unter druck gesetzt habe und dann einfach irgendwas gepostet habe. hauptsache, 5x die woche da sein. wieso? es gibt wirklich wichtigeres, was mich gerade stresst. da brauch ich das hier doch so gar nicht. warum nicht einfach mal die klappe halten, wenn man grad nix zu sagen hat? warum nicht einfach mal das abendessen genießen oder den wochenendtrip, ohne dauernd an blogbilder und knipserei zu denken? auf der blogst13 kam das thema "mehr-wert" bei blogbeiträgen zur sprache. und wieder: genau! lieber mal pause machen und wieder dinge erleben, damit einem auch irgendwann dann wieder die beiträge aus den fingern fließen. die meisten blogs leben nur von dem, was der blogger erlebt. wer aber im alltag, so wie ich, eigentlich nix erlebt, was jemanden interessieren würde, der bloggt halt mal nicht. ich habe angefangen, mir ab und zu mal die frage zu stellen: würde ich diesen post auch meiner nachbarin erzählen und fände sie das gut? der ein oder andere beitrag fiel dann der delete-taste zum opfer. auch nicht schlimm. 
man muss sich doch als blogger auch mal ehrlich die frage beantworten: wofür ist der blog überhaupt da? (was wiederum noch mehr fragen aufwirft: will ich mich dort selbst verwirklichen? will ich dort spass haben? will ich mit dem blog was verdienen? will ich damit bekannt werden? will ich damit die welt verändern? mache ich das nur für andere? wer sollte denn, warum, meinen blog lesen?)
mal ehrlich: wenn es nicht gerade um's geld verdienen geht - gibt einem jemand was dafür, dass man sich stresst mit blogbeiträgen? klopft einem jemand auf die schulter und sagt: toll gemacht - essen ist eiskalt und der partner schon eingeschlafen, aber das foto ist super!?
ich möchte jetzt niemandem auf die füße treten, aber wir müssen uns doch mal klar werden, welchen stellenwert der blog im leben hat. nehmen wir uns selbst nicht manchmal zu wichtig, wenn wir uns vom bloggen stressen lassen? wem gegenüber sind wir denn verpflichtet außer uns selbst? ich blogge über's leben und lebe im blog. das heißt für mich persönlich: der blog gehört zu mir, zu meinem leben, es ist mein HOBBY(!). aber im großen weiten netz ist er winzig und unbedeutend. sicherlich -  er ist mein fenster in die welt, das mir wichtig ist. und ab und zu bleibt der rolladen halt mal unten und das fenster ungeputzt. ich quatsche schließlich auch nicht jeden tag mit der nachbarin oder freundin. und trotzdem laufen die nicht weg! heißt, wer angst hat, leser zu verlieren, weil man mal nicht bloggt, hat da was falsch verstanden. wer den blog lesen will, hat ihn meistens in irgendwelchen feedreadern und da bekommt man es sofort mit, wenn der rolladen wieder hoch geht. da geht nix verloren.
wer blogmüde ist, der macht halt mal dicht. oder bastelt am layout und räumt auf, das gibt einem irgendwie auch neuen schwung. einfach mal wieder zeit nehmen - für den eigenen blog und auch für die anderen (so wie frau heuberg das jetzt angeht). qualität statt quantität. denn nicht nur der schreiber ist mal faul - auch die leser sind manchmal zu müde zum lesen. davon geht die (blog-)welt aber auch nicht unter.
so - wie bin ich jetzt überhaupt auf das alles gekommen? ach so - ja. blogtief! das wort stört mich. das klingt böse. dunkel. schwer. das klingt nach krise und beeinträchtigung der lebensqualität. ich würde aber sagen: wir haben keine blogtiefs. wir machen kreative pausen. wir setzen akzente. wir leben veränderung. wir nehmen anlauf. wir holen schwung. wir schaffen mehrwert. wir (er)leben, auch wenn wir nicht darüber schreiben. weniger ist eben doch manchmal mehr.

in diesem sinne - habe ich heute kein foto für euch. :) aber das musste jetzt mal raus.
ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr habt viel spass beim bloggen. denn so soll's sein!!!

Kommentare:

  1. Du hast so recht, ich unterschreibe deinen Post zu 110%
    lg dodo

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Frau S., was mich heute beim Lesen all der Posts zum Thema Blogtief angesprungen hat war die Erkenntnis, dass man Dinge auch totreden kann. Es ist Frühling, traumhaftes Wetter - klar haben die meisten momentan einfach anderes im Kopf, als vor dem Rechner zu sitzen. Dass momentan nicht so viel los ist im Bloggerland halte ich also nicht für ein Symptom des schleichenden Todes, sondern für ein Signal, dass die Menschen auch noch leben und nicht nur bloggen. Bloggen kann ab einem gewissen Punkt und Anspruch extrem viel Lebenszeit verschlingen - ob man das möchte udn auch leisten kann, das muss jeder selbst entscheiden.
    Schade finde ich aber das Gefühl, dass die Krise irgendwie herbeigeredet wird. Zwar wäre es eine logische Folge des Zeitgeists, dass man anspruchsvolle Inhalte immer mehr zusammenschrumpft - erst auf Bild mit Kurznachricht per Facebook, dann auf reinen Schnappschuß via Instagram oder Textzeile via Twitter... aber ob man diese Sinnenleerung mitmachen möchte, kann man ja zum Glück selbst entscheiden. Ich lese eine Bloggerin lieber seltener, dann dafür aber um so lieber, wenn ein Post mich vom Inhalt mehr anspricht.
    Schwierig ist die Sache mit dem Kommentieren, der Höflichkeit und dem Zeitkontingent. Da fliesst wirklich extrem viel Zeit rein und wenn die knapp ist, dann verbringt man die Zeit natürlich lieber draußen, im Leben 1.0.

    Herzlich, Katja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Katja - ja, Recht hast du. Tot reden trifft es sehr genau. Wahrscheinlich ging mir deshalb heute das Wort "blogtief" so quer. :)

      Löschen
  3. Wahre Worte. Gruß von der Insel. LG Yna

    AntwortenLöschen
  4. Stimme dir voll und ganz zu. Man sollte nur bloggen, wenn es einem Spaß macht und sich nicht selbst stressen. So halte ich es schon was länger und ich fahre gut damit. Um so mehr freue ich mich auf Popstings von dir, an denen du auch Spaß hast :o)

    Liebe Grüße, Carmen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. das klingt gut! und ich glaube auch, dass der leser merkt, wann der schreiber spass hatte und wann nicht!

      Löschen
  5. Du hast ja so recht und auch Katja hat es schön auf den Punkt gebrscht, dass man die Sache auch nicht totreden oder überbewerten sollte. Ich habe mir dazu hier (http://danamasworld.blogspot.de/2014/04/uber-das-bloggen-oder-less-is-more.html) auch ein Paar Gedanken dazu gemacht.
    liebe Grüße und immer schön an das Leben und den "content" denken :-)
    Dani

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. liebe dani, das ist ein schöner beitrag, den du da geschrieben hast und trifft auch voll mein empfinden!

      Löschen
  6. Bloggen ist für die meisten von uns ein tolles, in vieler Hinsicht bereicherndes Hobby. Und ein Hobby sollte Spaß machen und nicht zur Leistungsschau werden. Ich stimme dir also voll zu und wünsche uns einen wunderbaren Frühling und viel Leichtigkeit, das Leben im Jetzt zu genießen. Alles hat seine Zeit! Es grüßt die Billa, nun wieder aus ihrer alten schönen Welt ; )

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. frühling und leichtigkeit genießen ist ein toller plan! :)
      ich mach mit!
      schön, dass du wieder da bist!

      Löschen
  7. Das ist toll geschrieben! Vielen Dank dafür. Und auch, wenn Dir vielleicht gerade nicht danach ist: Darfst ruhig ab und an mehr schreiben, so wie heute. Denn ich finde "plaudern" gar nicht so schlimm, auch wenns nix Weltbewegendes ist. Da lerne ich doch gerade auch die Persönlichkeit kennen - und das sind eigentlich die liebsten Posts. :)
    Ganz liebe Grüße
    /inka (die gerade im Leben 1.0-Hoch schwärmt :D)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. liebe inka - das ist eine prima rückmeldung! zum einen natürlich, weil mein geschreibsel gelobt wird (*g*) und zum anderen, weil es mal schön ist, zu hören, was der ein oder andere überhaupt gerne in blogs mag.

      Löschen
  8. Dein letzten paar Zeilen sind so richtig gut - da klingt das Ganze gleich positiv anstatt negativ : )

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. danke, julika! darauf wollte ich nämlich auch hinaus. weg mit diesem negativen hin und her. :)

      Löschen
  9. Anonym13.4.14

    Echt, ist es wieder soweit?
    Das ist doch eh alle paar Monate mal wieder.

    Ich denke, man muß den Spaß dran haben.
    Wobei ich dankbar bin über FreitagsFisch in meinem Fall, und 12 of 12 (und andere) bei andren, weil das manchmal dann doch der Kick ist, sich wieder mit dem Blog zu beschäftien oder dafür kurz Zeit einzuräumen.
    Manchmal ists auch schwer nach einer Pause wieder einzusteigen (egal in welchem Bereich).

    Von daher seh ich das entspannt und ganz richtig, die Leserschaft läuft auch nicht von heute auf morgen weg (und die, dies trotzdem tun, die waren vllt eh net wichtig).

    Liebe Grüße vom Faultier

    AntwortenLöschen

frau s. freut sich über post! :)

*** aus spam-gründen gibt's jetzt die sicherheitsabfrage! vielen dank für euer verständnis! ***

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.